Eine kleine Seele erinnert sich

Eine kleine Seele erinnert sich

Regenbogen1Eine kleine Seele hatte sich entschieden in die Welt der Menschen zu gehen.
Eine Welt, die so viele Möglichkeiten bietet, sich selbst zu erfahren.
Und so ging sie voll freudiger Erwartung zu der großen Himmelspforte und öffnete sie.
Was sie dann sah, war so wunderschön, dass sie ehrfürchtig dastand und sich nicht bewegen konnte.
Sie blickte auf einen wundervollen Regenbogen, der eine Brücke zwischen dem Himmel und der Menschenwelt bildete.
„Oh, wie wunderschön.“ sagte die kleine Seele freudvoll.
Ganz langsam setzte sie einen Fuß auf den Regenbogen und bemerkte staunend eine Veränderung an sich.
Die Farbe des Regenbogens, auf der ihr kleiner Fuß stand, leuchtete nun auch in ihr.
Neugierig, was passieren würde, wenn sie ihren Fuß auf eine andere Farbe stellt, ging sie ein Stück weiter.
Und siehe da, eine zweite Farbe leuchtete in ihr auf.
Als alle sieben Farben in ihr leuchteten lachte sie vor Vergnügen und dann hörte sie die herzlichen Stimmen.
Die kleine Seele drehte sich freudvoll zur Himmelspforte um.
Dort standen all die vertrauten und liebevollen geistigen Wesenheiten und lächelten ihr liebevoll zu.
Die lieblichen Harfenklänge der Engel schwangen durch das Universum und die Sternenkinder streuten ihren Sternenstaub, der alles in einem wundervollen Glanz erscheinen ließ.
Sie erblickte auch ihr Einhorn, das zu ihr kam und ihr einen liebevollen Stupser gab.
Dann hallte ein herzliches Lachen durch das Universum, dessen Schwingung alle erreichte, mit der sie mitschwangen und die ein Hochgefühl erzeugte.
Kichernd wurde getuschelt: „Er kommt.“
Und dann war er da und ging strahlend vor Liebe auf die kleine Seele zu.
Als er ihre kleine Hand in seine große nahm, schmiegte sich die kleine Seele an seinen Arm. und sagte:
„Ich werde dich vermissen.“
Und Gott, ihr liebevoller Vater, antwortete: „Ich bin immer bei dir, mein geliebtes Kind.“
„Wirst du auch dort sein, wo ich bin.“ fragte die kleine Seele.
„Ja. Ich bin in Allem-was-ist.“ antwortete Gott.
„Woran werde ich dich erkennen?“ fragte die kleine Seele.
Und Gott antwortete: „An einem Lachen, an einem liebevollen und freundlichen Wort, an der Musik, am Gesang eines Vogels, in einem Regenbogen, in jeder Blume, in jedem Baum, Stein und Tier, in jedem liebevollen und freundlichen Blick und bei noch Vielem mehr, was durch die Liebe zum Ausdruck kommt.
Die Augen der kleinen Seele glänzten und dann fragte sie:
„Werde ich dich fühlen, so wie jetzt?“
„Ja. In deinem Herzen, in jeder liebevollen Umarmung, wenn jemand aus seinem Herzen handelt und dir seine Hand reicht und wenn auch du aus dem Herzen handelst, wenn die Sonnenstrahlen dich kitzeln und der Wind deine Stirn kühlt, in einem Kuss, wenn jemand deine Tränen trocknet und bei Vielem mehr, was durch die Liebe zum Ausdruck kommt.
„Was ist, wenn ich mich verirre?“ fragte die kleine Seele.
„Dann ruf mich und ich bin für dich da.“ sagte Gott.
„Ich habe Angst, dass ich mich nicht mehr an dich erinnere oder nicht mehr zu dir finde.“ sagte die kleine Seele.
Und Gott antwortete: „Es gibt viele Möglichkeiten, dass du dich an mich erinnerst und zu mir findest. Die Welt der Menschen ist ein Spiegel. In ihm wirst du immer das sehen, was durch dich zum Ausdruck kommt, also auch mich, das Göttliche in dir.
Du wirst dich immer in Gleichgesinnten erkennen und ihr werdet euch Impulse geben und ergänzen.
Wenn du dich bei diesen Impulsen unwohl fühlst, kannst du dich sofort für etwas Freudvolleres entscheiden, denn du hast meine Schöpferkraft, mit der du in der Menschenwelt zu deinem Wohl und somit zum Wohle aller etwas verändern kannst und so trägst du zu ihrer wundervollen Vielfalt bei.
Wenn du auf dein Herz hörst, bist du mit mir verbunden.“

Die kleine Seele hat viel erlebt seid sie auf dem Regenbogen in die Menschenwelt kam.
Des Öfteren hatte sie sich dabei unwohl gefühlt.
Und nicht immer hatte sie in solchen Momenten auf ihre innere Stimme gehört, die sie zu lichtvolleren Orten geführt hätte.
Nicht immer hatte sie sich vertraut.
Als Kind konnte sie sich sehr gut an ihn erinnern, doch umso älter sie wurde, umso mehr verblasste sein Bild.
Wenn sich die kleine Seele ihren Träumen hingab, in denen sie in einer wunder- und liebevollen Welt verweilte, die anders war, als die, in der sie jetzt lebte, wurde sie von ihren Mitmenschen ermahnt, damit aufzuhören, sich etwas einzubilden, was es nicht gibt, denn es sind nur Illusionen.
Die kleine Seele wollte und konnte nicht erklären, wieso sie eher die Welt der Menschen, in der sie jetzt lebte als eine Illusion empfand und sich mit etwas verbunden fühlte, von dem sie tief in ihrem Herzen wusste, dass es ihr wahres Zuhause ist.
Es kostete sie sehr viel Energie, sich den Meinungen und Vorstellungen von all den Menschen, die ihr im Laufe ihres Lebens begegneten, anzupassen oder sich zeitweise dagegen aufzulehnen.
Sie sah oft und freudvoll zum Himmel auf und einmal, als sie wieder an ihrem Lieblingsort auf der Wiese lag und die Wolken beobachtete, sagte sie: „Bitte, holt mich wieder ab.“
Sie hatte gelernt, sich in ihrem jetzigen Menschenleben zu arrangieren und sich nur das einzubilden, was ihre Mitmenschen als normal bezeichneten, denn sie wollte deren Liebe, Anerkennung und Freundschaft nicht verlieren.
Ihr war zu diesem Zeitpunkt noch nicht bewusst, dass sie sich dabei selbst immer mehr verlor und, dass dies das Einzige war, was sie zu verlieren hatte.

Sie machte sich zu einem Opfer, sodass es dazu auch immer einen passenden Täter bzw. eine passende Situation gab, was ihr schmerzvolle Gefühle verursachte, denn sich verbiegen tut weh.
Zeitweise musste sie durch das, was ihr Schmerzen verursachte und mit dem sie sich innerlich blockierte, innehalten, denn ihr Körper bremste sie aus.
Sie war vom Verbiegen so krumm, dass sie nur noch nach unten sehen konnte, sodass sie nicht mehr nach vorn sah und von ihrem Seelen-Weg abkam.

Dennoch hatte sie auch viel Schönes erlebt, bei dem sie himmlische Gefühle hatte und ihr wurde immer bewusster, wie sie diese freudvollen Momente öfter erleben kann.
Sie hatte in einem ihrer schlimmsten Momente auf ihr Herz gehört, sodass er zu einem Schlüsselmoment für sie wurde.
Sie hatte sich für einen kleinen und alles entscheidenden Moment an etwas erinnert und hörte sich sagen:
„Lieber Gott, bitte hilf mir.“
Ein Gefühl von unbeschreiblicher Liebe durchströmte sie in diesem Moment und sie fühlte sich mit ihrem wahren Zuhause verbunden.
Sie sah den Regenbogen, die geöffnete Himmelspforte und sie sah ihn.
Sie viel in seine Arme und wurde von ihm getragen, sodass ihre inneren Stürme zur Ruhe kamen.
Liebevoll sagte sie zu ihm: „Danke lieber Vater, dass du da bist.“
Gott antwortete liebevoll:
„Ich bin in jedem Moment deines Lebens an deiner Seite. Ich liebe dich. Ich darf jedoch erst dann handeln, wenn du mich darum bittest, denn ich gab dir auch einen freien Willen.“

Nicht nur die kleine Seele hat sich erinnert, auch viele andere Seelen, die jetzt in der Menschenwelt sind, erinnern sich an ihr wahres Zuhause.
Sie sind Gleichgesinnte und finden sich, denn sie fühlen sich zueinander hingezogen.
Sie geben sich kraft- und liebevolle Impulse, mit denen sie sich auf ihrem Weg bestärken.
Viele wundervolle Wege liegen noch vor ihnen.
Jeder Tag kann der schönste in ihrem Menschenleben sein.
Es kommt lediglich darauf an, wie sie sich entscheiden.
Ihr liebevoller Gemeinschaftssinn offenbart, dass sie sich zum Wohle von Allem-was-ist entschieden haben und damit vorleben, was möglich ist.
Sie leben ihr göttliches Potenzial.